EINE SEITE VON THEODOR FREY

Wolfgang Amadeus Mozart

Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart

*27.1.1756 in Salzburg, Fürstbistum Salzburg - † 5.12.1791 in Wien


 

WOHNSTÄTTEN IN WIEN


Nach der Trauung mit Konstanze Weber (am 4. August 1782 in St. Stephan) bezog das Ehepaar eine Wohnung im Haus "Zum roten Säbel" (1, Wipplingerstraße 19, Färbergasse 5; Im Dezember 1782 übersiedelte Mozart in das Herbersteinsche Haus (1, Wipplingerstraßer 14) wo er bis Februar 1783 blieb, ohne dass Wetzlar eine Miete angenommen hätte.

 

Die folgenden drei Monate (bis Georgi 1783) verbrachte Mozart (in einer von Wetzlar bezahlten Wohnung im Haus 1, Kohlmarkt 7

Anschließend bezog das Ehepaar Mozart im April 1783 eine Wohnung im Haus "Zur Mutter Gottes" (1, Judenplatz 3-4, Kurrentgasse 5; wo am 17. Juni 1783 Raimund Leopold Mozart geboren wurde (der allerdings bereits am 19. August starb).Im Jänner 1784 erfolgte die Übersiedlung in eine Wohnung im Trattnernhof (1, Graben 29-29a , die zwei Wohnräume und eine Küche umfasste.Hier wurde am 21. September 1784 der zweite Sohn Carl Thomas geboren, der den Vater überlebte.

 

Zum
Im Volksmund wurde der Gedenktag Michaelis oder Michaeli genannt. Traditionell war der Michaelistag ein beliebter Termin für laufende Miet-, Pacht- oder Zinszahlungen und, wie Mariä Lichtmess, ein traditioneller Termin für die Verdingung von Knechten oder Mägden.
Zinstermin Michaeli 1784 suchte das Ehepaar eine neue, repräsentative Wohnung und fand diese in der Großen Schulerstraße (1, Schulerstraße 8, Domgasse 5; In dem heute als "Figarohaus" bekannten Gebäude (Gedenktafel). In keiner Wohnung blieb Mozart solange wie hier (1.Oktober 1784 - Georgi [24. April] 1787); die Wohnung umfasste vier Zimmer, zwei Kabinette und Küche.,Hier fand auch im Februar 1785 der denkwürdige Besuch Haydns statt; einer der letzten Gäste soll im Frühjahr 1787 der junge Beethoven gewesen sein.

In dieser Wohnung entstanden viele bedeutende Werke, darunter die Oper "Le nozze di Figaro" und Klavierkonzerte (F-Dur, D-Moll, C-Dur, Es-Dur, A-Dur u. C-Moll), als letztes im Dezember 1786 das C-Dur-Klavierkonzert (KV 503). Hier wurde am 18. Oktober 1786 Mozarts Sohn Thomas Leopold geboren, der im Alter von einem Monat starb. Die nunmehr das ganze Stockwerk umfassende Gedenkstätte (Zugang Domgasse 5) wird vom Wien Museum betreut.
 
Von Georgi bis Michaeli 1787 wohnte die Familie Mozart in der Vorstadt Landstraße, Landstraßer Hauptstraße 75 [heute 75-77; Gedenktafel mit Bronzerelief von Margarete Hanusch im Flur]. In diesem Haus machte die Arbeit am "Don Giovanni" entscheidende Fortschritte, in seinem Garten entstand im August 1787 die "Kleine Nachtmusik".

 

 Das Ehepaar Mozart übersiedelte wieder in die Stadt (1, Tuchlauben 27; hier wurde die Tochter Theresia geboren.

 

 Mitte Juni 1788 erfolgte die Übersiedlung in die Alservorstadt ("Zu den 3 Sternen"; 9, Währinger Straße 26, Mozarthof). Hier entstanden unter anderem zwischen Juni und August 1788 die drei letzten Symphonien (Es-Dur, g-Moll und C-Dur ["Jupiter-Symphonie"]), außerdem arbeitete Mozart an der Oper "Cosi fan tutte".

 

Anfang 1789 zog Mozart früher als vorgesehen wieder in die Stadt (1, Judenplatz 4;  hier lebte das Ehepaar bis September 1790. Am Judenplatz vollendete Mozart im Winter 1789/1790 "Cosi fan tutte".

 

Während einer Reise Mozarts nach Berlin (1789) wohnte Konstanze im Stadthaus von Franz Graf Walsegg bei Michael Puchberg (1, Hoher Markt 1).

 

Zu Michaeli (29. September 1790) bezog die Familie die letzte Wiener Wohnung (1, Rauhensteingasse 8, Teil; Kleines Kayserhaus; Mozart-Sterbehaus; Gedenktafel); die repräsentative Wohnung umfasste sechs Zimmer, zwei Küchen und Nebenräume. Hier wurde dem Ehepaar am 26. Juli 1791 das sechste Kind (der vierte Sohn) Franz Xaver Wolfgang, geboren. (der zweite Sohn, der ihn überlebte).

Quelle: www.geschichtewiki.wien.gv.at/Mozart-Wohnungen



 

 



GENOVEVA  (GENOVEFA) WEBER  ( 1764 - 1798) 

Geborene Brenner, Mutter des Komponisten Carl Maria von Weber
und angeheiratete Tante von Wolfgang Amadeus Mozart



Genoveva Weber wurde  am 2.1.1764 in Marktoberdorf als Tochter des fürstbischöflichen Hofschreiners Markus Brenner geboren [ der weltlicher und geistlicher Fürst Clemens Wenzeslaus hatte seine Sommerresidenz in Marktoberdorf - damals Oberdorf] . Seine Spuren lassen sich bis in den Weiler Dederles bei Seeg  (Georg BRENNER,  geboren um 1620 in Dederles) zurück verfolgen. Genovefa heiratete mit 21 Jahren am 20.8.1785 den aus Freiburg stammenden 52 jährigen Theaterimpresario Franz Anton von Weber.  
Sein Bruder Fridolin Weber (d.Ä.) war der Vater von Wolfgang Amadeus Mozarts Frau Constanze. Genovefa Brenner wurde durch diese Heirat also eine angeheiratete Tante von  Wolfgang Amadeus Mozart.
1786 wurde in Eutin der erste Sohn Genovefas, der Komponist des Freischütz Carl Maria von Weber (1786 - 1826) geboren. Bald nach der Geburt von Carl Maria zog Genovefa Weber 1787 mit ihrem Mann nach Hamburg, wo er eine Wandertheater -Kompagnie gründete und in dieser Umgebung ihren Sohn Carl Maria aufzog.  Sie gastierte  mit ihrem Ensemble um 1794 auch in Weimar bei Goethe. 

Sie starb mit 34 Jahren1798, an Schwindsucht. Sie ist zusammen mit Leopold Mozart und Constanze Mozart  auf dem Friedhof von St. Sebastian in Salzburg im Familiengrab beigesetzt.

 


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Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof










 


Große Messe c-moll K.V. 427

Ave verum corpus


G

 

"In seinen "Briefen und Aufzeichnungen" hat nicht nur er selbst diese Entwicklung kommentiert und beschrieben, auch die anderen Familienmitglieder kommen in ihnen sehr ausführlich zu Wort. Über 1500 solcher Brief-Dokumente sind heute erhalten und erlauben - gleichsam als Familiengespräch über das "Wunder Mozart" - die besten Einblicke in seine Existenz und die Vorstellungen, die er von seinem Leben hatte.

Mozart gibt sich in ihnen niemals "privat" oder "intim", die Briefe sind auch nicht im Stil seiner Zeit "empfindsam" oder romantisierend. Eher sind sie lebenssatte Zeugnisse eines Menschen, der immer geradeheraus sagte, was er dachte, und oft von einer großen Unruhe getrieben war.

Von dieser Unruhe berichten viele seiner Zeitgenossen, unaufhörlich sei er in Bewegung gewesen, schreibt seine Frau, noch während des Komponierens habe er kaum still sitzen können, sondern habe um sich herum immerfort einen lebendigen, vibrierenden Raum der Ansprache und Stimmen gebraucht. Das Quecksilbrige und Überraschende, das sich in seiner Musik so häufig findet, rührt daher, im Grunde ist Mozart nicht nur über ein Drittel seines Lebens auf Reisen, sondern auch innerlich immer unterwegs gewesen, besessen von der Vorstellung, alles Sicht- und Hörbare um sich herum in Klang verwandeln und ihm so Charakter und Form geben zu müssen.

Das Zentrum all dieser Klangwelten aber ist die Liebe, das Pochen des Herzens, die Anbahnung der Gefühle, ihr Anschwellen und Sich-Überbieten. In Mozarts Musik ist diese Liebe etwas Kreatürliches, sie befällt nicht nur Mann und Frau und Frau und Mann, sondern ist gleichsam das Fluidum aller Aktionen seiner Figuren. In keiner Musik sind sich daher Menschen so nah, und in keiner Musik erschrecken sie so sehr über diese Nähe, so daß sie sich fallen lassen und abtauchen, als überließen sie ihre Gefühle dem Dahinströmen der Melodien."

 

Der Autor Hanns-Josef Ortheil ist Schriftsteller und lebt in Stuttgart. Er wurde 1951 geboren und hat seit 1979 Romane und Essaybände veröffentlicht (u. a. über Mozarts Sprache)

OPERN
  • APOLLO ET HYACINTHUS
  • Bastien und Bastienne
  • LA FINTA SEMPLICE
  • Mitridate, rè di Ponto
  • ASCANIO IN ALB
  • IL SOGNO DI SCIPIONE
  • LUCIO SILLA
  • FINTA GIARDINIERA
  • IL Rè PASTORE
  • ZAIDE
  • THAMOS, KÖNIG IN ÄGYPTEN
  • IDOMENEO
  • Die Entführung aus dem Serail
  • Der Schauspieldirektor
  • LE NOZZE DI FIGARO
  • DON GIOVANNI
  • COSI FAN TUTTE
  • DIE ZAUBERFLÖTE
  • LA CLEMENZA DI TITO
 

Große Messe c-moll K.V. 427

Alfred Einstein - Mozart - Sein Charakter - Sein Werk - S. Fischer Verlag (S. 364 ff.)

Es ist Mozarts "ganz persönliche Auseinandersetzung mit Gott und Kunst. ... Mit Recht hat man gesagt, daß dieser Torso das einzige Werk sei, das in der Mitte stehe zwischen der h-moll-Messe Bachs und der D-dur-Messe Beethovens. Denn ohne die Krise, die Überwindung der Krise, die die Bekanntschaft mit Bach in seinem Schaffen herbeigeführt hatte, hätte die c-moll-Messe niemals ihre Gestalt gewonnen."

"Der gewaltige Anruf des 'Jesu Christe' ..., die Fuge über das 'Cum sancto spiritu' sind Sätze, von denen sowohl der barocke Prunk wie die kontrapunktische, 'gelehrte' Schulstaub völlig abgefallen sind; und das gilt in vielleicht noch höherem Maß von dem Sanctus und der Doppelfuge des Osanna. Es ist nicht Bqach allein, der hinter diesem Werke steht, sondern das ganze 18. Jahrhundert, auch die großen Italiener - vielleicht Alessandro Scarlatti, Caldera, Händel, Porpora, Durante: man kann keine bestimmten Namen herausgreifen, weil Mozart eben sein Jahrhundert zusammenfaßt und dessen musikalische Sprache transfiguriert.  Wieder zeigt sich, daß man ein solches Werk nicht schreiben kann ohne eine große künstlerische Erbschaft - eine Erbschaft freilich, die man in der Lage sein muß anzutreten."

Das 'Et incarnatus' ist "ein Weihnachtsgesang, Vorstellung der Krippe, in der das göttliche Kind liegt, angebetet von der Jungfrau, im Hintergrund die musizierenden Engel; von überwätigender Süßigkeit und Naivität. Wer dergleichen ablehnt, möge ruhig auch eine Rundtafel des Botticelli mit der Geburt Christi und florentinische Engeln aus der Kirche verbannen: sie ist genau so profan. "

Ave verum corpus

Die kleine Motette ist "eins der bekanntesten Werke Mozarts geworden - so bekannt, daß amn neben seiner seraphischen Schönheit seine Meisterschaft nicht mehr sieht: die 'zweite' Einfachheit, die Vollkommenhiet der Modulation und Stimmenführung, welche leise Polyphonie als letzte Steigerung einführt. Auch hier fließen das Kirchliche und Persönliche in eins zusammen. Die Stilfrage ist gelöst."

 



Das wunderbares Thema [des Adagio] "gleicht ja einer zärtlichen Gestalt, die sich in immer dunklere, phantastische Bezirke verirrt: jedes Mal mit der gleichen Dur-Geste beginnend, dann aber immer neue, ungeheuerliche Moll-Bezirke erreichend. Diese Differenzierungen hob Shaham höchst expressiv und zart hervor. Am originellsten glückte ihm das Finale. Wird da die Tempo-Vorschrift "Tempo di Menuetto" nur als Aufforderung zu gemächlicher Langsamkeit verstanden, dann fällt der Schlusssatz unvermeidlich ab. Shaham spielte ihn, pointiert und rasch, mit witzig fesselndem Allegro-Charakter. Also brillant und konzertant. Entzückend. "

JOACHIM KAISER in der SZ vom 25.4.2009

 

Der herausragende Pianist Maurizio Pollini, der mit den Münchner Philharmonikern zuletzt 1982 unter Sergiu Celibidache musizierte, spielte am 10. 3. 2010 auf eigenen Wunsch Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert A-Dur KV 488.

Claus Spahn interviewte Pollini in der Zeit -  05.01.2006.

"Ich glaube, man kommt Mozart eher mit zunehmendem Alter näher. Vielleicht weil man die Subtilität von Mozarts Musik erst richtig zu schätzen weiß, wenn man ein erwachsener Musiker ist. Ich habe Mozart immer gemocht, aber vielleicht ist die Liebe jetzt noch größer geworden. Beethoven spricht zu uns mit großen, starken Gesten, Mozart mit Nuancen. Wer genau hinhört, entdeckt, dass er alles auszudrücken vermag. Es gibt so unendlich viel zu entdecken an versteckter Tiefgründigkeit – in seinen Opern genauso wie in den Instrumentalwerken. Je erfahrener man wird, desto mehr nimmt man davon wahr.

ZEIT: Obwohl es eine beliebte Klischeevorstellung ist, dass man eine gewisse jugendliche Unbekümmertheit brauche, um Mozart gut zu spielen.

Pollini: Man braucht Frische, das stimmt. Aber es ist natürlich keine unmittelbare Einfachheit, die aus der Musik spricht, sondern eine Einfachheit der zweiten Ebene. Mozart war nicht nur ein unermesslich begabter Musiker, er war auch ein extrem reifer Mensch. Das kann man neben der Musik in seinen Briefen studieren. Die Qualität der Musik erwächst nicht nur aus seiner genialen musikalischen Erfindungsgabe, sondern auch aus der Wachheit, dem klaren Bewusstsein, aus dem heraus er die Stücke geschrieben hat."

Joachim Kaiser schreib in der SZ  vom 12. 3. 2010 zur Interpretation von Polini:

Pollini "verwandelt den Kopfsatz seines Mozart-Konzerts in eine zauberhaft betörende Tonarabeske, die ganz beweusst auch ein Schuss Unverbindlichkeit enthält. Umso stärker kann sich dann nämlich das Moll-Adagio entfalten. Hier erst macht Pollini ersnst. . . . [Er] interpretiert die Musik ohne jeden Aufwand, ohne Drücker, ohne Temposchwankungen, ohne Interessantmacherei. " Kaiser  hört ein ins Tiefeste der menschlichen Psyche blickendes Adagio.  

 

MOZART IN MÜNCHEN

 


Eine Gedenktafel in der Burgstraße 6 erinnert daran, dass Mozart hier während seines 1780/1781 einen großen Teil seiner Opera Seria „Idomeneo“, KV 366, komponierte. Im 19. Jahrhundert wurde im Erdgeschoß ein „Gasthaus zum Mozart“ eröffnet. Die Oper wurde 1781 im alten Münchner Residenztheater uraufgeführt.

Gedenktafel  in der Theatiner-/Perusastr.
Hier musizierte Mozart 1779 beim Grafen Joseph Ferdinand von Salern

Mozart konzertierte in München in der Residenz (Kaisersaal, Hofkapelle) im Cuvilliéstheater,
Schloß Nymphenburg mit Amalienburg, Pagodenburg und Badenburg
.

Er logierte u.a. in den Gasthöfenf „Zum schwarzen Adler“ in der Kaufingerstraße 23 im „Goldenen Hirschen“ (Theatinerstr. 17). Beide existieren heute nicht mehr.

Mozart war auch Gast bei Johann Nepomuk von Pernat, Kanonikus an der Liebfrauenkirche, beim Reichsgrafen Johann Kaspar von La Rosée, bei Frau von Durst, bei Herzog Clemens in Bayern, dem Vetter des damaligen Kurfürsten und im Clemens-Schlößl in der Elisensstraße.

Kurfürst Max Josephs (Maximilian III.), der selbst musikalisch war und komponierte, lehnte aus Kostengründen eine Anstellung Mozarts ab. Es kam aber zur Uraufführung von Mozarts Werk La finta giardiniera im Münchner Salvatortheater. Er beauftragte aber auch den Bau des Cuvillies-Theaters.

Aufgrund fehlender männlicher Nachkommenging die Herrschaft der bayerischen Linie der Wittelsbacher Ende Dezember 1777 mit dem Tod von Kurfürst Max III. Joseph zuende. Mit ihm starb die bayrische Linie des Hauses Wittelsbach aus. Nach kurzem Bayerischen Erbfolgekrieg, der Bayern das Innviertel kostete, trat mit Karl Theodor die Pfälzer Linie der Wittelsbacher seine Nachfolge an.

 


 

Collage TAM unter Verwendung des Plakates


 



 

 

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